| » Partnerschaftsfahrt an Pfingsten | | Meldung vom: 20.07.2010. | Herausgeber: Gemeinde Kammerstein |
„Das hat uns alle tief bewegt“
Quinzano bereitete seinen Kammersteiner Gästen herzlichen Empfang
Schon das Wetter ließ die Stimmung von Kilometer zu Kilometer steigen. 28 Grad, kein Regentropfen, strahlend blauer italienischer Himmel. „Wir sind vom Winter in den Sommer gefahren“, erzählt Bürgermeister Walter Schnell. Doch was die 80 Kammersteiner bei ihrer viertägigen Partnerschaftsreise nach Italien erlebt haben, das übertraf erst recht alle Erwartungen.
Verona, Stadtteil Quinzano: „Als unsere zwei Busse auf der Piazza vorfuhren, da läuteten die Kirchenglocken und es warteten viele Leute, die mit deutschen und italienischen Fahnen gewinkt haben“, berichtet Schnell. Auch die anderen Begegnungen waren von großer Herzlichkeit geprägt. Das hat uns alle tief bewegt“.
Freundschaft bekräftigt
Am Pfingstsamstag vor 24 Jahren wurde die Partnerschaft zwischen der fränkischen Gemeinde und Quinzano formell begründet. „Bei den Empfängen im Rathaus von Verona und im Rathaus von Quinzano wurde sie nochmals bekräftigt“, sagt Walter Schnell.
Auch diesmal mit dabei waren wichtige Akteure von damals. Zum Beispiel der „Vater der Partnerschaft“, Mario Ferrari. Den Cartoon-Zeichner aus Verona hatte es nach Barthelmesaurach verschlagen. Er war es, der den Kontakt zwischen alter und neuer Heimat geknüpft hatte. Auch bei dieser Partnerschaftsreise hatte der 71jährige Ferrari zusammen mit Bürgermeister Schnell alles bestens vorbereitet. Rund um die Uhr war der gebürtige Veroneser als Dolmetscher gefragt.
Empfang beim Oberbürgermeister
Erstmals nahm sich auch der Oberbürgermeister der Stadt Verona Zeit für die Kammersteiner Gäste. Flavio Tosi, unabhängiger und erfolgreicher Oberbürgermeister von Verona, begrüßte die Gäste aus Deutschland im Palazzo Barbieri, dem Rathaus von Verona unmittelbar neben der weltberühmten Arena. Er führte die Kammersteiner Gruppe in den Sitzungssaal und in den Festsaal und erläuterte Besonderheiten der italienischen Kommunalpolitik. Tosi: „Wir freuen uns, dass diese Freundschaft, die zwischen den Sportvereinen in Barthelmesaurach und Quinzano vor 34 Jahren begann, schon so lange besteht. In der Zwischenzeit seien, so Bürgermeister Walter Schnell, viele persönliche Freundschaften entstanden.
„Nun gibt es zwischen der Kulturstadt Verona und unserem Kammerstein ja doch leichte Unterschiede“, schmunzelt Schnell. Deshalb bezog sich die Partnerschaft von Anfang an auch auf den 2. Stadtbezirk mit dem 5000-Einwohner-Stadtteil Quinzano. Ein Motor dieser Partnerschaft war der SV Barthelmesaurach und dessen damaliger Vorsitzender Reiner Koch. Besiegelt hatte sie Schnells Vorgänger im Bürgermeisteramt, Egon Braun.
Begleitet wurde die Delegation aus Kammerstein an allen Tagen vom Bürgermeister des 2. Veroneser Stadtbezirks Dott. Alberto Bozza und seinem Vizebürgermeister Riccardo Bovolin. Im 2. Stadtbezirk mit seinem Hauptort Quinzano leben über 40.000 Menschen. Besonders herzlich fiel daher auch der Empfang vor dem Rathaus von Quinzano aus. Ennio Residori und sein Nachfolger Nicola Righetti vom Freundeskreis in Quinzano bereiteten den deutschen Freunden einen fröhlichen und kommunikativen Aufenthalt.
Bild als Symbol der Freundschaft
Ein tolles Geschenk überreichten Bürgermeister Bozza und der heimische Maler Ridanio Menini den Kammersteinern nach dem Besuch einer Kunstausstellung. Menini gestaltete ein Bild mit den Kirchen von Barthelmesaurach und Quinzano, der Arena von Verona, einem Fußballfeld, den Wappen von Kammerstein und Quinzano sowie den Vereinsfarben des SVB und des AC Quinzano. Aber auch die Kammersteiner Delegation ließ sich nicht lumpen. Mit einigen Fässern Gundel-Bier eroberten die Gemeinderäte Jürgen Götz, Dieter Teufel, Bernd Weiß und Richard Zeller die Herzen der Italiener.
Nationalhymne als Geschenk
Eine besondere Bereicherung waren die Auftritte der Kammersteiner Blasmusik. „Die hat als musikalisches Geschenk mehrfach die italienische Nationalhymne gespielt. Unsere Gastgeber waren von der „Banda Folkloristika“, der Kammersteiner Blasmusik, total begeistert“, so Walter Schnell. Beeindruckend waren vor allem die Gastspiele auf der „Piazza Bra“ vor der Arena und am Rathausplatz von Quinzano. Für die Kammersteiner Blasmusik mit ihrem Kapellmeister Andreas Krach war es nach 2006 die zweite Auslandsreise nach Italien.
Auf dem Programm standen unter anderem eine Stadtführung durch Verona mit der berühmten historischen Arena und Ausflüge in die herrliche Weinregion im Valpolicellatal. Tradition hat bei Italienreisen auch der Besuch des malerischen Weingutes Ferrari in Gargagnago. Die Familie zählt zu den erfolgreichsten europäischen Winzern. Ein Zwischenstopp bei der Anreise an der idyllischen Bucht von San Virgilio am Gardasee stimmte die Kammersteiner Gruppe auf den italienischen Lebensstil ein.
Besuch beim Chor Stella Alpina
Ein besonderer Höhepunkt in kultureller Hinsicht war der Besuch beim Chor „Stella Alpina Verona“. Der 50köpfige Männerchor hat in den Weinbergen von Quinzano sein Vereinsheim (Baita Stella Alpina) und begeisterte mit seinen Liedern. Der Spitzenchor war im Vorjahr in der Gemeinde Kammerstein zu Gast und beeindruckte mit zwei hochklassigen Auftritten in Kammerstein und Barthelmesaurach die Zuhörer.
Begegnungen gab es viele. „Vor allem abends sind wir mit den Italienern zusammen gesessen. Das waren kurze Nächte“, erzählt Siegfried Luschka, langjähriger Vorsitzender beim SVB und seit Jahrzehnten eng mit der Partnerschaft verbunden. Natürlich habe es auch eine gewisse Sprachbarriere gegeben. Aber zum einen hatten sich einige Kammersteiner in einem Italienisch-Crash-Kurs der VHS auf die Reise vorbereitet. Und zur Not behalf man sich mit Englisch.
„Die Stimmung war jedenfalls bestens“, waren alle Reiseteilnehmer begeistert. „Die Partnerschaft lebt. Jedes Jahr fährt mindestens ein Bus nach Quinzano oder nach Kammerstein, ohne dass wir darüber in den vergangenen Jahren groß berichtet hätten. Die Gemeinde muss da gar nicht viel tun. So soll das ja eigentlich sein“, berichtet der Bürgermeister. Hauptträger der Partnerschaft ist und bleibt der SV Barthelmesaurach.
Gegenbesuch 2011
Einen Gedanken will Schnell dennoch vorantreiben, die Gründung eines Quinzano-Freundeskreises, der auch den Gegenbesuch 2011 zum 25. Geburtstag der Partnerschaft vorbereiten könnte. „Wir brauchen noch ein paar Leute mit italienischen Sprachkenntnissen. Da werden wir uns sehr anstrengen müssen, denn die Gastfreundschaft, die wir erleben durften, war überwältigend.“
Eine Reise wert war Quinzano aber auch aus einem weiteren Grund. „Viele aus unserer Gruppe haben sich erst durch diese Fahrt näher kennen gelernt. Die Teilnehmer stammten aus nahezu allen Dörfern der Gemeinde. Das hat auch die Kammersteiner einander näher gebracht.“
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