„Das hat uns alle tief bewegt“
20 Jahre Partnerschaft:
Quinzano bereitete seinen 96 Kammersteiner Gästen herzlichen Empfang
Schon das Wetter ließ die Stimmung von Kilometer zu Kilometer steigen. 24 Grad, strahlend blauer italienischer Himmel. „Wir sind vom Winter in den Frühling gefahren“, erzählt Bürgermeister Walter Schnell. Doch was die 96 Kammersteiner bei der Ankunft am Freitag vor Pfingsten erlebt haben, das übertraf erst recht alle Erwartungen. Verona, Stadtteil Quinzano: „Als unsere zwei Busse auf der Piazza vorfuhren, da warteten rund 500-600 Leute, die mit deutschen und italienischen Fahnen gewinkt haben“, berichtet Schnell. „So einen liebevollen Empfang habe ich noch nie erlebt. Das hat uns alle tief bewegt.“
Freundschaft bekräftigt
Das Pfingstwochenende hatten die italienischen Partner ganz bewusst gewählt. Denn am Pfingstsamstag vor 20 Jahren wurde die Partnerschaft zwischen der fränkischen Gemeinde und Quinzano formell begründet. „Und an diesem Pfingstsamstag wurde sie bei einem Empfang im Rathaus von Verona nochmals bekräftigt“, sagt Walter Schnell. Auch diesmal mit dabei waren die wichtigsten Akteure von damals. Zum Beispiel der „Vater der Partnerschaft“, Mario Ferrari. Den Cartoon-Zeichner aus Verona hatte es nach Barthelmesaurach verschlagen. Er war es, der den Kontakt zwischen alter und neuer Heimat geknüpft hatte.
„Nun gibt es zwischen der Weltstadt Verona und unserem Kammerstein ja doch leichte Unterschiede“, schmunzelt Schnell. Deshalb bezog sich die Partnerschaft von Anfang an auch auf den 5000-Einwohner-Stadtteil Quinzano. Ein Motor dieser Partnerschaft war der SV Barthelmesaurach und dessen damaliger Vorsitzender und heutiger Ehrenvorsitzender Reiner Koch. Unterstützt und besiegelt hatte sie Schnells Vorgänger im Bürgermeisteramt, Egon Braun. Für Mario Ferrari, Reiner Koch und Egon Braun war es deshalb selbstverständlich, bei diesem Jubiläumsbesuch dabei zu sein.
Nicht selbstverständlich aber war die Größe der Gruppe. „Wir waren 96 Bürger, so viele wie noch nie“, freut sich Schnell. Mit dabei waren auch seine Bürgermeisterstellvertreter Konrad Ammon und Heinrich Muschweck, die Gemeinderäte Dieter Teufel, Manfred Krach, Jürgen Götz, Richard Götz, Karl Lehner und Manfred Gilch. „Alle haben die Reise übrigens selbst bezahlt“, sagt Schnell in einem Nebensatz. Eine große Delegation stellte fast traditionell der SV Barthelmesaurach. Ihre erste Auslandsreise dagegen unternahm die „Kammersteiner Blasmusik“.
Nationalhymne als Geschenk
„Die hat als musikalisches Geschenk im Festzelt die italienische Nationalhymne gespielt. Unsere Gastgeber waren von der „Banda Folkloristika“, der Kammersteiner Blasmusik, total begeistert“, so der Bürgermeister. Untergebracht waren die Kammersteiner in einem Hotel. „Bei Familien wäre das bei der Größe der Gruppe gar nicht möglich gewesen“.
Auf dem Programm standen unter anderem eine Stadtführung durch Verona mit der berühmten historischen Arena und Ausflüge in die herrliche Weinregion im Valpolicellatal. Ein besonderer Höhepunkt in kultureller Hinsicht war ein Konzert in der Kirche S. Rocco mit den Chören „Stella Alpina Verona“ und befreundeten Chören aus Nachbarstädten. Begleitet wurden die Kammersteiner von einer italienischen Delegation mit Bezirksbürgermeisterin Dr. Lucia Cametti sowie Sport- und Kulturamtsleiter Iwan Zerbato.
Begegnungen gab es nicht nur bei den beiden Fußballspielen der Damen- und Herrenmannschaften. „Vor allem abends sind wir mit den Italienern zusammen gesessen. Das waren kurze Nächte“, erzählt Siegfried Luschka vom SVB. Natürlich habe es auch eine gewisse Sprachbarriere gegeben. Aber zum einen hatten sich einige Kammersteiner in einem Italienisch-Crash-Kurs der VHS auf die Reise vorbereitet. Zum anderen war Mario Ferrari als Übersetzer im Dauereinsatz. Und zur Not behalf man sich mit Englisch.
„Die Stimmung war jedenfalls bestens“, waren alle Reiseteilnehmer begeistert. „Die Partnerschaft lebt. Jedes Jahr fährt mindestens ein Bus nach Quinzano oder nach Kammerstein, ohne dass wir darüber in den vergangenen Jahren groß berichtet hätten. Die Gemeinde muss da gar nicht viel tun. So soll das ja eigentlich sein“, berichtet der Bürgermeister. Hauptträger der Partnerschaft ist und bleibt der SV Barthelmesaurach.
Gegenbesuch 2007
Eine neue Idee will Schnell dennoch vorantreiben. die Gründung eines Quinzano-Freundeskreises, der auch den Gegenbesuch 2007 vorbereiten könnte. „Da werden wir uns sehr anstrengen müssen, denn die Gastfreundschaft, die wir erleben durften, war überwältigend.“ Eine Reise wert war Quinzano aber auch aus einem weiteren Grund. „Viele aus unserer Gruppe haben sich erst durch diese Fahrt näher kennen gelernt. Das hat auch die Kammersteiner einander näher gebracht.“ |